Christo und Jeanne-Claude
Der 1935 in Bulgarien geborene Künstler Christo zählt zu denjenigen Zeitgenossen, denen es durch seine künstlerischen Aktionen und Projekte gelingt, unsere Aufmerksamkeit zu schulen und Dinge unseres Alltags wieder wahrnehmbar zu machen, denen man normalerweise keine Beachtung mehr schenkt.
Gemeinsam mit seiner Frau und künstlerischen Partnerin Jeanne-Claude entwickelt Christo atemberaubende Projekte, die uns immer wieder neu ins Staunen versetzen. Legendär sind etwa die Verhüllung des Reichstages in Berlin im Jahr 1995, die „Surrounded Islands“ nahe Miami von 1983 oder etwa sein jüngstes Projekt, die „Gates“, die er 2005 im New Yorker Central Park aufstellte. Die sehr aufwändigen Projekte des Künstlerpaares bedürfen eines ebenso hohen finanziellen Aufwandes. Doch durch einen geschickten Schachzug gelingt es den beiden, die Finanzierung ihrer Projekte sicher zu stellen und damit unabhängig zu bleiben. Christo und Jeanne-Claude verkaufen noch vor der Realisierung des Projektes Skizzen und Studien zu den Projekten. Diese Einnahmen fließen dann in die Umsetzung.
Da diese Studien einen ganz besonderen Einblick in eine künstlerische Planungsphase bieten, sind auch sie sehr begehrt und erfahren oftmals eine Anerkennung wie eigenständige Kunstwerke. Dieses Prinzip Christos und Jeanne-Claudes ermöglicht es, die Projekte auch mittels Drucken und Postern dieser Studien für die Nachwelt zu bewahren. Denn so aufwändig Christos Kunstprojekte auch sind, so zeitlich begrenzt sind sie auch. Sie dauern oftmals nur einige Tage oder Wochen an.
Die Dokumentation im Vorfeld und auch während des Projektes ist also ein wesentlicher Aspekt, um die Kunst Christos und Jeanne-Claudes verständlich zu machen. Denn nur ein Bruchteil der Interessierten wird die Projekte in eigener Anschauung gesehen haben. Der dokumentarische Charakter der Poster wird am besten in einem schlichten Bilderrahmen bewahrt, denn hier würde es dem Prinzip des Künstlers widersprechen, die Studien wie Kunstwerke zu inszenieren, obwohl er sich doch bewusst für zeitlich begrenzte Projekte entschieden hat.