Schmuck aus Neuseeland
Polynesische Seefahrer besiedelten Neuseeland in mehreren Wellen zwischen dem 9. Und 14. Jahrhundert. Das neue Land nannten sie „Aotearoa“, was soviel heißt wie „Land der langen weißen Wolke“. Diese Ureinwohner Neuseelands, die Maori erzählen noch heute viele Legenden und Mythen über ihr Land.
Zur Herstellung von Schmuck verwendeten sie Muscheln, Knochen, Holz und Federn. Sie fertigten die so genannten „Carvings“ an, mit denen sie, da sie keine Schrift kannten, zusammen mit mündlichen Überlieferungen, die Geschichte ihres Stammes und die Mythen und Legenden ihrer Götter erzählten. Dieser Schmuck in Form der Carvings wurde oft über Generationen weitervererbt und hatte für die Maoris besonders in den höher stehenden Familien einen großen Wert in Bezug auf Macht und Prestige.
Die Maoris glauben, dass das Carving während der Herstellung, auf die viel Liebe und Sorgfalt verwendet wird, den Geist eines Gottes oder Ahnen annimmt und dessen Macht an den Besitzer und alle, die das Schmuckstück berühren, weitergibt. Ein solches Schmuckstück wird mit viel Respekt und Stolz getragen und der Maori ehrt es sein ganzes Leben lang. Der Maori sieht sich als eine Einheit mit seinem Carving. Gern werden Carvings aus Perlmutt (Mother of Pearl) angefertigt. Die Muscheln aus dem Pazifik haben Perlmutt entweder in silbriger Farbe mit weiß, in dunklen Farbtönen (Black Pearl) oder in verschiedenen Goldtönen (Gold Pearl). Perlmutt zeichnet sich durch eine relativ große Materialhärte sowie durch Langlebigkeit und Beständigkeit aus. In einem solchen Perlmutt-Carving entstehen oft faszinierende Muster durch die zu Tage tretenden verschiedenen Schichten des Perlmutts. Der Schimmer verleiht den Carvings eine besondere Schönheit.
Etwas Besonderes an Schmuck aus Neuseeland sind Schmuckstücke aus der Schale der Paua Muschel. Diese ist eine Meerschnecke, die es nur in den südpazifischen Küstengewässern Neuseelands findet, die besonders klar und sauber und vor Allem sehr mineralhaltig sind. Die Paua Muschel gehört zur Gattung der Abalonen. Schon seit langer Zeit in der Geschichte der Maori gehört diese Muschel zur Kultur der Menschen, sowohl zur Ernährung als auch zur Anfertigung ihrer Schmuckstücke. Der daraus angefertigte Schmuck ist von einzigartiger Schönheit, da die Farben der Schneckenschalen in den schillerndsten Farbspielen je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel variieren. Intensive Blau- und Grüntöne mit zartem rosa und vielen anderen Farbnuancen machen Schmuck aus Abalone so interessant und ungewöhnlich.