Staubsauger ist nicht gleich Staubsauger
Warum gibt es Unterschiede von mehreren Hundert Euro bei Staubsaugern? Sind die Geräte für einen professionellen Einsatz denn so viel unterschiedlich gegenüber dem Sonderangebot zur sonntäglichen Werbezeitung? Ja.
Zunächst einmal sollte man Sauger unterscheiden in Trockensauger und Nasssauger. Wie der Name schon sagt, sorgt der Trockensauger für Sauberkeit im Innenbereich. Staub, Flusen oder auch der von der Straße eingeschleppte Schmutz sind seine Aufgaben. Dabei kommt es nicht auf die Angabe in Watt alleine an. Eine hohe Leistungsaufnahme ist gut, sie muss aber auch als effizientes System die tatsächliche Reinigung schaffen. Hier kommt es darauf an, wie die Leistung umgesetzt wird. Wer einmal die Hand vor den Ausstrom eines preiswerten Saugers hält, spürt bei vielen Billiggeräten ab Füllung des halben Staubbeutels nur noch warme Luft.
Im Winter mag dies angenehm sein, aber die Saugleistung verpufft in der Erhitzung des Motors sowie in einer ineffizienten Turbine. So kann es durchaus sein, dass vermeintlich schwächere Profigeräte ein deutlich besseres Saugergebnis schaffen, als ein Billigsauger. Zudem arbeiten Profigeräte oft sehr leise, was die Bedingung für einen Einsatz in Hotel, Gaststätte oder öffentlichen Räumen darstellt. Ein laut pfeifender Staubsauger hingegen erzeugt akustische Leistung, die in der Saugleistung am Boden fehlt. Nimmt man noch eine solide Mechanik sowie ein schlagfestes Gehäuse hinzu, ist nur noch der prinzipielle Aufbau zwischen Sonderangebot und Profigerät gleich. Von der langfristigen Haltbarkeit ganz zu schweigen.
Nasssauger gibt es in zwei Ausführungen: Stahl oder Kunststoff. Während ein gutes Stahlgehäuse (Edelstahl) resistent ist gegenüber einem üblichen Reinigungsmittel und leichten Säuren oder Basen, kann das Ansaugen der falschen Flüssigkeit bei einem Kunststoffgehäuse zu erheblichen Schäden führen. Dafür sind Kunststoffe weniger anfällig für Kratzer und Beulen, mithin für viele Aufgaben, etwa in Werkstätten, geeignet. Möchte man besonders aggressive Stoffe saugen, empfiehlt sich für beide Geräteklassen ein spezieller Einsatz, meist PE, der auch gegenüber stärkeren Säuren oder Laugen durchhält.
Georg Grohs
ggrohs(at)gmx.de