Zucker – der süße Bestandteil der Zuckerrübe
Die Rübenernte beginnt im September (ca. 6 Monate nach der Aussaat). In dieser Reifezeit wird in der Rübe bis zu 24 % des Eigengewichtes an Zucker gespeichert. Nach ca. 8 Wochen ist die Ernte beendet.
Für die Herstellung von Zucker werden Zuckerrüben gebraucht, die zumeist aus dem Umkreis an eine Zuckerfabrik geliefert werden. Nachdem die Rüben gereinigt worden sind, werden sie in Schneidemaschinen zerkleinert. Die dabei entstehenden Rübenschnitzel kommen in einem so genannten Extraktionsturm in Kontakt mit heißem Wasser. Dadurch wird der Zucker aus der Rübe heraus gewaschen. Im Gegenstromverfahren treten die Rübenschnitzel mit dem heißen Wasser in Berührung. Durch die Hitze werden die Pflanzenzellen zerstört und der in ihnen befindliche Zucker kann abfließen. Die nun zuckerfreien Rübenschnitzel werden als hochwertige Tiernahrung in der Futtermittelindustrie verwendet.
Der Turm besitzt unten eine Vorrichtung, so dass der dunkelgraue Rohsaft abgepumpt werden kann. In diesem Rohsaft sind ca. 14 % Zucker enthalten. Im nächsten Prozessschritt – der Saftreinigung – werden die übrigen Nichtzuckerstoffe entfernt. Hier wird Kalkmilch hinzugefügt, die die Nichtzuckerstoffe binden sollen. Durch das zugesetzte Kohlensäuregas kann der sich bildende Kalk abfiltriert werden. Nach diesem Vorgang erhält man den klaren, hellgelben Dünnsaft.
Bei dem nächsten Schritt handelt es sich um eine Verdampfung. Hier wird der Saft durch den Entzug des Wassers so lange eingedickt, bis der Zuckergehalt Werte um 65 – 70 % erhält. In der Kochstation wird dem eingedickten Saft weiter Wasser entzogen. Am Ende dieses Vorgangs sind Zuckerkristalle entstanden. Um eine Karamellisierung des Zuckers zu verhindern, geschieht dieser Prozess bei niedrigem Druck und bei Temperaturen von 65 – 80 °C.